Ihre Simson Spezialisten in Bayern
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Geschichte der Marke Simson

Simson ist ein ehemaliger Waffen- und Fahrzeughersteller. Das Unternehmen wurde 1856 von den beiden jüdischen Brüdern Löb und Moses Simson in der thüringischen Stadt Suhl gegründet.

 



1856 bis 1933

Die Monopolstellung als einer der wenigen offiziellen Waffenlieferanten der Reichswehr ermöglichte es Simson, die Weltwirtschaftskrise von 1929 gut zu überstehen, während die lokale Konkurrenz von vielen Firmenzusammenbrüchen betroffen war. Dies führte zu Beschwerden und Klagen über die staatlichen Subventionen sowie zur Forderung des Verbandes der Suhler Gewehrfabrikanten e.V., Heeresaufträge nicht nur an die Firma Simson zu vergeben. Die Anfeindungen wurden von den Nationalsozialisten aufgegriffen, um die „jüdischen“ Geschäftsführer Arthur und Julius Simson anzugreifen und zu diffamieren.

Basis des Unternehmens war anfangs eine Schneidemühle, die auf Antrag von Andreas Bauer aus Heinrichs im preußischen Landkreis Schleusingen mit kurfürstlicher Konzession vom 28. Dezember 1740 in einen ‚Stahlhammer‘ umgewandelt wurde. In diesem ‚Stahlhammer‘ wurde das aus der Region gewonnene Eisenerz zu Stahl geschmiedet. Die Brüder Löb und Moses Simson erwarben 1854 ein Drittel des Betriebs und gründeten daraus 1856 die Firma Simson & Co, die weiterhin Holzkohlenstahl produzierte, der hauptsächlich für die Herstellung von Jagd- und Militärwaffen Verwendung fand. Hauptauftraggeber waren die preußische Armee, die Waffen unter anderem für den Preußisch-Deutschen Krieg oder Deutsch-Französischen Krieg von 1870–1871 benötigte und das sächsische Kriegsministerium.

Ab 1896 erweiterte Simson seine Produktpalette und stellte die ersten Fahrräder, die englischen Vorbildern ähnelten, her. Die Firma Simson wurde bald zu einem der großen Fahrradproduzenten. 1907 begann die Entwicklung von Personenkraftwagen, die 1908 zur Konstruktion eines Kleinwagens führte, aber erst nach dem Eintritt eines erfahrenen Konstrukteurs gelang 1912 mit dem Simson A der erste produktionsreife Kraftwagen. Wurden 1855 gerade 20 Mitarbeiter beschäftigt, so gab es 1904 schon 1200 und 1918 etwa 3500 Beschäftigte beim größten Arbeitgeber Suhls. Während des Ersten Weltkrieges kam es zu einem starken Wachstum und das Unternehmen konnte zwischen 1915 und 1917 seine Produktion vervierfachen. Simson fertigte Teile für MaschinengewehreGewehre, kleine Geschütze, Flugmotoren und Sanitätskraftwagen.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Waffenproduktion eingestellt werden. Allerdings konnte Simson am 25. August 1925 mit der Reichswehr einen Monopolvertrag zur Lieferung von leichten Maschinengewehren, Gewehren, Karabinern und Pistolen abschließen. In Folge des Friedensvertrags von Versailles war das Unternehmen zuvor von den Alliierten zum alleinigen Ausrüster bestimmt worden. Daneben begann das Unternehmen 1924 die Serienproduktion von Automobilen der Luxusklasse, insbesondere des Modells Simson Supra, das auch im Rennsport erfolgreich fuhr. Ab 1930 wurden auch Kinderwagen hergestellt.

 

1933 bis 1945

Schon kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten startete der thüringische Gauleiter Fritz Sauckel ein Untersuchungsverfahren mit der Begründung, das Deutsche Reich sei durch das „jüdische“ Unternehmen bei der Abrechnung der staatlichen Aufträge übervorteilt worden. Obwohl der Reichsrechnungshof keine übermäßigen Gewinne feststellen konnte, kam es auf Initiative von Sauckel 1934 in Meiningen zu einem Schauprozess gegen Arthur Simson und einige leitende Angestellte wegen „Übervorteilung des Reiches“. Allerdings mussten die inhaftierten Angeklagten ein Jahr später aus Mangel an Beweisen in allen Punkten freigesprochen werden.

Schon zuvor am 19. September 1933 hatte die Firma Simson & Co KG das Unternehmen an die neu gegründete Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke GmbH verpachtet, um den Familiennamen aus dem Firmennamen zu entfernen. Als Treuhänder wurde Herbert Hoffmann, ein Berliner Kaufmann und NSDAP-Mitglied, eingesetzt.Die Kontrolle über ihre Firma war dadurch der Familie Simson entzogen worden und auf den Treuhänder Hoffmann übergegangen. Zwecks Arisierung wurde das Unternehmen mit einem Wert von zirka 18 Millionen Reichsmark und einem Jahresgewinn 1934 von rund 1,6 Millionen Reichsmark Friedrich Flick für einen Preis von 8 bis 9 Millionen Reichsmark angeboten. Flick lehnte dies aber nach längeren Verhandlungen ab.

Am 1. September 1934 wurde die Automobilproduktion zu Gunsten der Rüstungsproduktion eingestellt.

Im August 1935 erwirkte Sauckel ein Revisionsverfahren vor dem Oberlandesgericht Jena, diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das endete mit einem Schuldspruch und einer Geldbuße von 9,75 Millionen Reichsmark gegen die Inhaber.Der angebliche Übergewinn wurde durch die deutsche Revisions- und Treuhand AG errechnet. Das nötige Geld konnte nur durch einen unter Waffengewalt erzwungenen Verzicht der Eigentümer Julius und Arthur Simson auf das Werk beglichen werden, so dass am 28. November 1935 das Unternehmen auf Fritz Sauckel übertragen wurde. Die Familie Simson konnte 1936 ins Ausland fliehen und wanderte in die USA aus. Der Name Simson wurde schließlich aus der Firmenbezeichnung gestrichen.

Das übernommene Vermögen bildete in der Folge den Grundstock für die 1936 gegründete Wilhelm-Gustloff-Stiftung. Im gleichen Jahr lief unter dem Namen BSW 100 in Suhl das erste motorisierte Zweirad der Firma vom Band, das damals noch als Motor-Fahrrad galt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Produktion von Fahrrädern, Kinderwagen und Motorrädern eingestellt und auf Waffenfertigung umgestellt. 6000 Mitarbeiter fertigten in den ab 1939 bezeichneten Gustloff-Werke – Waffenwerk Suhl diverse Kriegswaffen wie Karabiner, Maschinengewehre und leichte Flugabwehrkanonen. So betrug schon 1940 der Umsatz mit militärischen Erzeugnissen knapp 43 Millionen Reichsmark, während der Umsatz der zivilen Produktion, die im darauffolgenden Jahr eingestellt wurde, nur etwa 3,3 Millionen Reichsmark betrug. Unter anderem wurden in Suhl allein im Jahr 1944 fast 62.000 Exemplare des MG 42 oder 2500 Laffetten für die 2-cm-Flak 38 hergestellt.Neben dem Stammwerk gab es noch Zweigbetriebe in Meiningen, Greiz und Lodz.

 

Seit 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk von den Alliierten als Rüstungsbetrieb eingestuft und 1946 weitgehend demontiert. Etwa 4300 Maschinen wurden als Reparationszahlungen in die Sowjetunion transportiert. Mit den verbliebenen, knapp 900 Anlagen begann die Produktion von Jagdwaffen, Kinderwagen und Fahrrädern, die größtenteils als weitere Reparationen in die Sowjetunion ging. 1947 wurde der Betrieb in die Weimarer Zweigstelle der sowjetischen Aktiengesellschaft SAG Awtowelo (AWO) eingegliedert.

Ende 1948 erhielt das Werk von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) den Befehl, ein Motorrad mit einem 250-cm³-Viertaktmotor zu bauen, die spätere AWO 425. Bereits 1950 konnte die Produktion des der EMW beziehungsweise BMW R 25 ähnelnden Maschine aufgenommen werden, von der bis zur Produktionseinstellung Ende 1961 etwa 210.000 Stück hergestellt wurden.

 

Am 1. Mai 1952 wurde der von nun an volkseigene Betrieb als VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson Suhl in der späteren IFA – Industrieverband Fahrzeugbau der DDR, eingegliedert. Produziert wurden neben der AWO 425 (von da an als Simson 425 bezeichnet) ab 1955 auch MopedsMokicks und Roller. Aufgrund des Beschlusses, die Motorradproduktion in der DDR nur von MZ durchführen zu lassen, folgte ab 1962 nur noch der Bau von Mopeds und anderen Kleinkrafträdern. Diese Aufteilung der Marktsegmente blieb bis zum Ende der DDR bestehen. Mit dem Produktionsbeginn der Schwalbe im Jahr 1964 und dem S50 im Jahr 1975 wurden die in der DDR bekanntesten und am weit verbreitetsten Kleinkrafträder hergestellt.

Nachdem zwischenzeitlich zwecks Erhöhung der Mopedproduktion die Waffenherstellung in das "VEB Ernst-Thälmann-Werk Suhl" ausgelagert wurde, kam es zum Jahresbeginn 1968 wieder zur Zusammenlegung der Werke, woraufhin der Betrieb ab diesem Zeitpunkt VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ hieß.

Ende der 1980er Jahre hatte das Suhler Werk etwa 4000 Mitarbeiter, die pro Jahr knapp 200.000 Kleinkrafträder produzierten. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Betrieb der Treuhandanstalt unterstellt und als Simson Fahrzeug GmbH weitergeführt. Wegen des Wegbruchs der osteuropäischen Absatzmärkte und der stark gesunkenen Inlandsnachfrage konnten 1991 nur noch 5000 Zweikrafträder verkauft werden, so dass Ende des Jahres die schon im Mai eingeleitete Liquidation erfolgte und die letzten Arbeitnehmer entlassen werden mussten. Von 1950 bis zur Schließung des Werkes wurden etwa sechs Millionen Zweikrafträder in Suhl hergestellt.[11]

Anfang 1992 erfolgte durch ehemalige Simson-Mitarbeiter mit der Suhler Fahrzeugwerk GmbH eine Neugründung des Betriebes und eine Weiterführung der Produktion mit einer kleinen Belegschaft. Die Mokickbaureihen wurden modernisiert und mehrere Neuentwicklungen in Angriff genommen. Kurzzeitig erfolgte auch die Montage des in Ibach im Hotzenwald entwickelten viersitzigen Elektroautos namens „Hotzenblitz EL-Sport“, von dem allerdings wegen geringen Kaufinteresses nur eine kleine Serie von 140 Stück gefertigt wurde.

Wegen mangelnder Nachfrage, technischer Probleme, hoher Kosten und Managmentfehlern musste zu Beginn des Jahres 2000 Insolvenz angemeldet werden. Ab Mitte des Jahres versuchte ein neuer Investor, das nun "Simson Motorrad GmbH" bezeichnete Unternehmen mit einer neuen Fahrzeugproduktion zu modernisieren, jedoch erfolgte keine Konzentration auf einfache, robuste und preiswerte Maschinen. In Verbindung mit dem Vertrieb von importierten Billig-Motorrollern aus China, die man ohne Qualitätsprüfung auslieferte, wurde der ehemals gute Ruf von Simson in Mitleidenschaft gezogen. Nach Insolvenzanmeldung im Juni 2002 und Produktionsstilllegung im September konnte kein neuer Investor gefunden werden, so dass im Februar 2003 die Konkursversteigerung des gesamten Betriebsbesitzes und somit nach 106 Jahren Fahrzeugproduktion die endgültige Zerschlagung erfolgte. Insgesamt konnten von 2002 bis dahin noch etwa 47.000 Zweikrafträder produziert werden.

Bei der Versteigerung konnte die MZA Meyer-Zweiradtechnik Ahnatal GmbH fast die gesamten Waren- und Lagerbestände, Produktionsvorrichtungen sowie Zeichnungs- und Urheberrechte übernehmen. Zudem wurde eine Nutzungs- und Lizenzvereinbarung mit der TLG Simson Gewerbepark GmbH, dem Inhaber der Urheberrechte vor 1992, über den Markennamen "Simson" abgeschlossen. Durch die im Mai 2003 gegründete MZA-Niederlassung am alten Standort Suhl wird die Produktion von Simson-Ersatzteilen durchgeführt, womit die Ersatzteilversorgung gesichert ist. Seit 2009 erfolgt die Herstellung des Motors vom alten Typ M541 mit 50 cm³, der in S51, Schwalbe und Co. verbaut ist, um den Altbestand an Fahrzeugen zu sichern.

Quelle: www.Wikipedia.de

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